Worldwide Domina Guide
Toms Interview:

Mit
Mademoiselle Zoé  aus Stuttgart, Germany

Kontakt: Tel.(+49) 0163  4313727  E-Mail: zoe@mademoisellezoe.com
 


 
 
 
 
 
 
 
 

Tom: Wir beide kenne uns ja nun schon ein Weilchen, haben uns vor fast 2 Jahren auf einer privaten Party kennen gelernt und eigentlich wollte ich dich ja schon seit letztes Jahr dazu bewegen mit mir ein Video Interview zu machen nur irgendwie haben wir keinen Termin gefunden. Du scheinst ja eine echt viel beschäftigte Frau zu sein.
Erzähle doch mal ein wenig was machst du den den ganzen Tag bist du nur im Name der Peitsche unterwegs oder gibt es da noch so einiges anderes interessantes?

Mademoiselle Zoé:  Ja ich kann mich noch gut erinnern ;) Wir verstrickten uns in ein nettes Gespräch, im Zuge dessen erklärte ich dir auch ein wenig meine Philosophie. Du schienst entzückt von meiner Einstellung und wolltest sofort ein Interview ...
Und die Zeit verging wie im Flug ... endlich hast du mich nun soweit *g*

Tom: lacht... Ja nur leider nicht live *g*.... hätte dich zu gerne vor die Cam bekommen... bin aber extrem "happy" das du mir diese Audienz gewährst... 
Mademoiselle Zoé: Sollst du mich unterbrechen!!! *lach*... also zum 2 Teil deiner Frage... Was ich alles mache? Nun zum einen bin ich ja sowohl in Stuttgart als auch im Raum Frankfurt tätig, zum anderen habe ich auch noch ein anderes Leben - ein paar "normale" Tätigkeiten, die ich auch brauche, um nicht den Bezug zur Realität zu verlieren. Und jemand der sich für Kunst, Musik und Filme interessiert, dem ist nie langweilig und ab und an will ich mich auch mal um meine Freunde kümmern oder wegfahren ...

Tom: Zwischen Frankfurt und Stuttgart immer hin und herzupendeln stelle mir anstrengend vor... hast du da jeweils Feste Tage jeden Monat oder variiert das wann du wo bist?
Mademoiselle Zoé: Ja, ist es auch ... daher komme ich mittlerweile eigentlich nur einmal im Monat, nach Frankfurt, möglichst immer in der dritten Woche, so hat es eine gewisse Kontinuität auf die sich jeder einstellen kann.

Tom: Wie bist du den eigentlich auf den Künstlername Zoé gekommen?
Mademoiselle Zoé: Nun das war durchaus eine kleine Suche - denn erstens wollte ich einen Namen, den es nicht schon mehrfach gibt (damals hatte ich noch kein Internet und in den SM-Führern fand ich keine Zoé). Außerdem wollte ich gern etwas frankophiles, da ich tatsächlich auch teilweise französisches Blut in meinen Adern habe und mit einem engen Bezug zu Frankreich aufwuchs. So kam ich dann auf Zoé, denn ich wollte etwas kurzes, das man(n) sich leicht merken kann - das ging allerdings völlig nach hinten los, fast niemand kann den Namen auf Anhieb richtig aussprechen, damit hatte ich nicht gerechnet - und ich mochte das Z als Initiale, kann man es doch auch schön schlagen oder ritzen ;-)
Zoé stammt ursprünglich aus dem (Alt-)Griechischen und bedeutet "Leben" beziehungsweise "von Gott gegebenes Leben" - Eine sehr elementare Bedeutung, die mir gefiel, v.a. in Anbetracht der Tatsache, dass mich auch Techniken und morbide Rollenspiele reizen, bei denen ich quasi tatsächlich die "Herrscherin" über das Leben des anderen bin.
Zoe als Frauenname, abgeleitet vom griechischen Begriff "Leben" bedeutet aber auch soviel wie "mein Leben, mein ein & alles". Auch eine wunderschöne Bedeutung, die dann auch wieder zu meiner dominanten Neigung passt.
Zum anderen gab es noch eine byzanthinische Kaiserin namens Zoe im 10./11. Jahrhundert, die als schillernde Frauengestalt gilt, einige Ehemänner verschliss, mit denen sie sich den Thron teilte und der viele Liebhaber nachgesagt werden - also eine für damals sehr 'freie' Frau, die versuchte, ihre Ideen zu verwirklichen.
Die Mademoiselle kam hinzu, da ich eine französische Anrede wollte, damals noch zu jung für eine Madame war und die Bezeichnung "Herrin" mochte ich noch nie. Ich wollte etwas verspielter klingendes jenseits der Klischees. Auch zum Begriff "Mademoiselle" könnte ich noch ein paar Erklärungen abgeben, aber danach hast du nicht gefragt, daher möchte ich nicht den Rahmen sprengen.

Tom: Du bist noch recht Jung für eine Domina, und ich werde mich hüten zu fragen wie jung du wirklich bist... sonst bekomme ich jetzt bestimmt haue...
Wie lange bist du den schon mit der Peitsche unterwegs und was hat dich dieses schöne Berufung entdecken lassen?

Mademoiselle Zoé: Oh, vielen Dank für das Kompliment :) aber so jung bin ich nun auch nicht mehr. Doch da du dich charmanterweise hütest zu fragen, muss ich ja auch nicht antworten *lächel* Ich bin es allerdings gewohnt, meist deutlich jünger geschätzt zu werden, da kann ich nur hoffen, dass das noch eine Weile so bleibt ... Wobei ich kein Problem mit meinem Alter habe. Und eine Domina, die blutjung ist, aber auch schon souverän und erfahren, nun, das geht nunmal schwerlich zusammen.
Und ich pflege ja gern zu sagen, mit Frauen ist das wie mit guten Rotweinen oder Single Malts, sie werden jedes Jahr reifer und besser ;-) (man muss sie nur gut lagern = adäquat behandeln - und ich denke, wenn man versucht, sein Leben nach SEINEN Prämissen zu führen und glücklich zu sein, das hält auch jung ...
Wie lange? nun schwer zu sagen - im Profibereich - allerdings mit einigen Unterbrechungen, seit ca. 7 Jahren. Und die Neigung, nun wir wissen es alle, die manifestiert sich eigentlich schon im Kindesalter und schon früh zog ich - ohne es zu forcieren - "devote" Menschen an; nur das zu ganz zu begreifen und damit umgehen zu lernen, das dauerte seine Zeit ...
Doch schon mit sechzehn war "Domina" ein Traumberuf für mich, den ich oft scherzhaft anführte - da ahnte ich jedoch noch nicht, dass daraus jemals Ernst werden könnte ...

Tom: Ist da in deinem Kopfkino noch eine Fantasie die noch nicht ausgelebt hast aber gerne würdest… wenn ja erzähle doch mal?
Mademoiselle Zoé:  Nun in meinem Kopfkino sind noch einige Phantasien, die nicht ausgelebt sind, wobei einige auch immer nur Kopfkino bleiben sollen.
Doch da gibt es schon etwas, das schon ewig in mir gärt und irgendwann nach außen drängen wird, aber noch auf den richtigen Zeitpunkt wartet - und das ist Cutting.
Das hat jedoch eine ganz eigene sehr sehr große Symbolik für mich, die ich hier gar nicht so schnell in Kürze darlegen kann und will. Und daher möchte ich es auch nicht einfach irgendwann, irgendwie mit irgendjemandem machen. Sondern da warte ich geduldig, bis ich weiß, JETZT ist er gekommen, der richtige Moment. Und ich weiß, eines Tages wird er kommen ...
Ich finde sowieso, dass man manche Dinge nicht krampfhaft erzwingen muss - eine meiner goldenen Regeln, gerade im SM-Bereich, ist: Gut Ding will manchmal Weile haben ... - oft lohnt es sich auf den richtigen Zeitpunkt zu warten ... (Aber natürlich muss man auch manchmal aufpassen, dass man ihn nicht ungenutzt verstreichen lässt ;)

Tom: Einige meiner Leser werden sich jetzt bestimmt fragen was "Cutting." bedeutet, kannst du das ein wenig näher erläutern....
Mademoiselle Zoé: "Cutting" bedeutet übersetzt "Schneiden" und genau das ist es auch, das Schneiden bzw. Ritzen der Haut, meist mit einem Skalpell ... ist es ganz dünn und scharf, bleibt auch keine Narbe. Wobei ich auch Narben sexy finde, denn sie erzählen Geschichten eines Menschen und seines Körpers und auch was der Körper schon aushielt/überlebte (das hat schon wieder eine ähnliche Faszination wie indianische Initiationsriten oder dergleichen ;)) Ich würde auch gerne noch irgendwann die Kunst der "Scarification" (sogenannte Schmucknarben) lernen. Aber das Spannende am Cutting ist auch das Blut, das fließt ... Blut übt schon von jeher eine große Faszination auf mich aus ... aber ich erwähnte es schon, die volle Symbolik, die Cutting für mich besitzt, hier erläutern zu wollen, würde zu weit führen ...

Tom: Wie wichtig ist Erotik für dich in einer Session. Bist du "Berührbar" oder ist es eher die klassische schwarze Dominanz die dein Spiel prägt?
Mademoiselle Zoé:  "Berührbar" ist eigentlich ein blödes Wort und extrem missverständlich für viele. Ich finde fast alles "erotisch" was ich tue ... bin jedoch "klassisch" einzuordnen, wenn auch dafür wieder sehr sinnlich *g*, in dem Sinn, dass ich es weder mag, wenn mich jemand unkontrolliert antatschen will, noch dass es direkten Intimkontakt gibt. Das heißt aber nicht, dass ich den Zwischenbereich nicht bis zum Anschlag ausreize ;-) Manches Sehen oder Riechen kann man(n) sich verdienen, muss aber von mir ausgehen und mir Spaß bereiten. Den direkten Intimkontakt gibt es nicht, obwohl ich einen ausgeprägten Facesittingfetisch habe, doch den kann ich auch so sehr reizvoll ausleben ;-) Und da dies meine Hauptsexualität ist, wird jeder verstehen, dass diese eben dem Partner vorbehalten bleibt. Gibt es doch auch ein paar kursierende Krankheiten, die selten thematisiert werden, aber vor denen ich geschützt sein will! Und so kann sich wiederum jeder sicher sein, der irgendwelche Körperflüssigkeiten von mir zu schmecken bekommt (womit ich sehr gerne spiele!), dass er sich keiner Gefahr aussetzt und auch das ist doch eine beruhigende Sicherheit für meine "Opfer" ;)

Tom: Die letzte Frage gehört wie immer meiner Interviewpartnerin. Gibt es noch etwas, das du schon immer einmal unbedingt loswerden wolltest
Mademoiselle Zoé: Nun, wenn du so fragst, möchte ich die Gelegenheit nutzen, etwas zu einem Vorurteil, dem ich oft in der Szene begegne, zu sagen ;-) So mancher junge Mann in diversen Communities oder auch auf Parties, sprach mich an - "Du arbeitest doch im Studio ... mh, nett, ja ... Aber ich hab sowas ja nicht nötig!"
Ich finde gerade die SM-Szene sollte ihre oft negative Einstellung zu Studios und deren Gästen manchmal etwas überdenken - als ob es eine Schande oder ein Makel wäre. Ich möchte nicht, dass Menschen sich dafür schämen, mich zu besuchen, ich möchte, dass sie stolz darauf sind, wenn ich sie empfange und dass sie glücklich wieder von dannen ziehen.
Ich finde nichts verwerfliches daran, wenn Menschen sich etwas gönnen, das sie so in ihrem Leben nicht finden. Und auch ein SM-ler Paar teilt nicht immer alle Neigungen. Manche Phantasien leben von Technik und Ausstattung, die man nicht unbedingt zu Hause haben kann, und da ist es doch schön, wenn es die Möglichkeit gibt, sich in versierte Hände zu begeben, die wissen, was sie tun. Manche "Spiele" funktionieren sogar ehrlicher und besser durch diesen völlig diskreten, abstrakteren, vom Alltag abgetrennten Rahmen. Und manche wollen auch gar nicht, dass das Thema in ihrem sonstigen Leben eine Rolle spielt.
Ich möchte hier nur mit dem Vorurteil aufräumen, dass nur alte, hässliche Männer "es nötig haben" eine Domina zu besuchen, denn das ist (der Göttin sei Dank ;)) ganz und gar nicht der Fall. Und ich würde mich freuen, wenn auch mehr Paare und Frauen, sich diesen Luxus gönnen, freier und bewusster, die ein oder andere Phantasie auszuleben.


Zur Homepage von Mademoiselle Zoé

Zur Homepage von: Tom Stahl Wordwide Domina and BDSM Guide


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