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Tom:
Wir beide kenne uns ja nun schon ein Weilchen, haben uns vor fast 2
Jahren auf einer privaten Party kennen gelernt und eigentlich
wollte ich dich ja schon seit letztes Jahr dazu bewegen mit mir
ein Video Interview zu machen nur irgendwie haben wir keinen
Termin gefunden. Du scheinst ja eine echt viel beschäftigte Frau
zu sein.
Erzähle doch mal ein wenig was machst du den den ganzen Tag bist
du nur im Name der Peitsche unterwegs oder gibt es da noch so
einiges anderes interessantes?
Mademoiselle
Zoé: Ja ich kann mich noch gut erinnern ;) Wir
verstrickten uns in ein nettes Gespräch, im Zuge dessen erklärte
ich dir auch ein wenig meine Philosophie. Du schienst entzückt von
meiner Einstellung und wolltest sofort ein Interview ...
Und die Zeit verging wie im Flug ... endlich hast du mich nun
soweit *g*
Tom:
lacht... Ja nur leider nicht live *g*.... hätte dich zu
gerne vor die Cam bekommen... bin aber extrem "happy" das du mir
diese Audienz gewährst...
Mademoiselle
Zoé: Sollst du mich unterbrechen!!! *lach*... also
zum 2 Teil deiner Frage... Was ich alles mache? Nun zum einen bin
ich ja sowohl in Stuttgart als auch im Raum Frankfurt tätig, zum
anderen habe ich auch noch ein anderes Leben - ein paar "normale"
Tätigkeiten, die ich auch brauche, um nicht den Bezug zur Realität
zu verlieren. Und jemand der sich für Kunst, Musik und Filme
interessiert, dem ist nie langweilig und ab und an will ich mich
auch mal um meine Freunde kümmern oder wegfahren ...
Tom:
Zwischen Frankfurt und Stuttgart immer hin und herzupendeln stelle
mir anstrengend vor... hast du da jeweils Feste Tage jeden Monat
oder variiert das wann du wo bist?
Mademoiselle
Zoé: Ja, ist es auch ... daher komme ich mittlerweile
eigentlich nur einmal im Monat, nach Frankfurt, möglichst immer in der dritten
Woche, so hat es eine gewisse Kontinuität auf die sich jeder
einstellen kann.
Tom: Wie bist du den eigentlich auf
den Künstlername Zoé gekommen?
Mademoiselle
Zoé: Nun das war durchaus eine kleine Suche - denn
erstens wollte ich einen Namen, den es nicht schon mehrfach gibt
(damals hatte ich noch kein Internet und in den SM-Führern fand
ich keine Zoé). Außerdem wollte ich gern etwas frankophiles, da
ich tatsächlich auch teilweise französisches Blut in meinen Adern
habe und mit einem engen Bezug zu Frankreich aufwuchs. So kam ich
dann auf Zoé, denn ich wollte etwas kurzes, das man(n) sich leicht
merken kann - das ging allerdings völlig nach hinten los, fast
niemand kann den Namen auf Anhieb richtig aussprechen, damit hatte
ich nicht gerechnet - und ich mochte das Z als Initiale, kann man
es doch auch schön schlagen oder ritzen ;-)
Zoé stammt ursprünglich aus dem (Alt-)Griechischen und bedeutet
"Leben" beziehungsweise "von Gott gegebenes Leben" - Eine sehr
elementare Bedeutung, die mir gefiel, v.a. in Anbetracht der
Tatsache, dass mich auch Techniken und morbide Rollenspiele
reizen, bei denen ich quasi tatsächlich die "Herrscherin" über das
Leben des anderen bin.
Zoe als Frauenname, abgeleitet vom griechischen Begriff "Leben"
bedeutet aber auch soviel wie "mein Leben, mein ein & alles". Auch
eine wunderschöne Bedeutung, die dann auch wieder zu meiner
dominanten Neigung passt.
Zum anderen gab es noch eine byzanthinische Kaiserin namens Zoe im
10./11. Jahrhundert, die als schillernde Frauengestalt gilt,
einige Ehemänner verschliss, mit denen sie sich den Thron teilte
und der viele Liebhaber nachgesagt werden - also eine für damals
sehr 'freie' Frau, die versuchte, ihre Ideen zu verwirklichen.
Die Mademoiselle kam hinzu, da ich eine französische Anrede
wollte, damals noch zu jung für eine Madame war und die
Bezeichnung "Herrin" mochte ich noch nie. Ich wollte etwas
verspielter klingendes jenseits der Klischees. Auch zum Begriff
"Mademoiselle" könnte ich noch ein paar Erklärungen abgeben, aber
danach hast du nicht gefragt, daher möchte ich nicht den Rahmen
sprengen.
Tom: Du bist noch recht Jung
für eine Domina, und ich werde mich hüten zu fragen wie jung du
wirklich bist... sonst bekomme ich jetzt bestimmt haue...
Wie lange bist du den schon mit der Peitsche unterwegs und was hat
dich dieses schöne Berufung entdecken lassen?
Mademoiselle
Zoé: Oh, vielen Dank für das Kompliment :) aber so
jung bin ich nun auch nicht mehr. Doch da du dich charmanterweise
hütest zu fragen, muss ich ja auch nicht antworten *lächel* Ich
bin es allerdings gewohnt, meist deutlich jünger geschätzt zu
werden, da kann ich nur hoffen, dass das noch eine Weile so bleibt
... Wobei ich kein Problem mit meinem Alter habe. Und eine Domina,
die blutjung ist, aber auch schon souverän und erfahren, nun, das
geht nunmal schwerlich zusammen.
Und ich pflege ja gern zu sagen, mit Frauen ist das wie mit guten
Rotweinen oder Single Malts, sie werden jedes Jahr reifer und
besser ;-) (man muss sie nur gut lagern = adäquat behandeln - und
ich denke, wenn man versucht, sein Leben nach SEINEN Prämissen zu
führen und glücklich zu sein, das hält auch jung ...
Wie lange? nun schwer zu sagen - im Profibereich - allerdings mit
einigen Unterbrechungen, seit ca. 7 Jahren. Und die Neigung, nun
wir wissen es alle, die manifestiert sich eigentlich schon im
Kindesalter und schon früh zog ich - ohne es zu forcieren -
"devote" Menschen an; nur das zu ganz zu begreifen und damit
umgehen zu lernen, das dauerte seine Zeit ...
Doch schon mit sechzehn war "Domina" ein Traumberuf für mich, den
ich oft scherzhaft anführte - da ahnte ich jedoch noch nicht, dass
daraus jemals Ernst werden könnte ...
Tom: Ist da in deinem Kopfkino noch
eine Fantasie die noch nicht ausgelebt hast aber gerne würdest…
wenn ja erzähle doch mal?
Mademoiselle
Zoé: Nun in meinem Kopfkino sind noch einige
Phantasien, die nicht ausgelebt sind, wobei einige auch immer nur
Kopfkino bleiben sollen.
Doch da gibt es schon etwas, das schon ewig in mir gärt und
irgendwann nach außen drängen wird, aber noch auf den richtigen
Zeitpunkt wartet - und das ist Cutting.
Das hat jedoch eine ganz eigene sehr sehr große Symbolik für mich,
die ich hier gar nicht so schnell in Kürze darlegen kann und will.
Und daher möchte ich es auch nicht einfach irgendwann, irgendwie
mit irgendjemandem machen. Sondern da warte ich geduldig, bis ich
weiß, JETZT ist er gekommen, der richtige Moment. Und ich weiß,
eines Tages wird er kommen ...
Ich finde sowieso, dass man manche Dinge nicht krampfhaft
erzwingen muss - eine meiner goldenen Regeln, gerade im SM-Bereich,
ist: Gut Ding will manchmal Weile haben ... - oft lohnt es sich
auf den richtigen Zeitpunkt zu warten ... (Aber natürlich muss man
auch manchmal aufpassen, dass man ihn nicht ungenutzt verstreichen
lässt ;)
Tom: Einige meiner Leser werden sich
jetzt bestimmt fragen was "Cutting." bedeutet, kannst du das ein
wenig näher erläutern....
Mademoiselle
Zoé: "Cutting" bedeutet übersetzt "Schneiden" und
genau das ist es auch, das Schneiden bzw. Ritzen der Haut, meist
mit einem Skalpell ... ist es ganz dünn und scharf, bleibt auch
keine Narbe. Wobei ich auch Narben sexy finde, denn sie erzählen
Geschichten eines Menschen und seines Körpers und auch was der
Körper schon aushielt/überlebte (das hat schon wieder eine
ähnliche Faszination wie indianische Initiationsriten oder
dergleichen ;)) Ich würde auch gerne noch irgendwann die Kunst der
"Scarification" (sogenannte Schmucknarben) lernen. Aber das
Spannende am Cutting ist auch das Blut, das fließt ... Blut übt
schon von jeher eine große Faszination auf mich aus ... aber ich
erwähnte es schon, die volle Symbolik, die Cutting für mich
besitzt, hier erläutern zu wollen, würde zu weit führen ...
Tom: Wie wichtig ist Erotik für dich
in einer Session. Bist du "Berührbar" oder ist es eher die
klassische schwarze Dominanz die dein Spiel prägt?
Mademoiselle
Zoé: "Berührbar" ist eigentlich ein blödes Wort
und extrem missverständlich für viele. Ich finde fast alles
"erotisch" was ich tue ... bin jedoch "klassisch" einzuordnen,
wenn auch dafür wieder sehr sinnlich *g*, in dem Sinn, dass ich es
weder mag, wenn mich jemand unkontrolliert antatschen will, noch
dass es direkten Intimkontakt gibt. Das heißt aber nicht, dass ich
den Zwischenbereich nicht bis zum Anschlag ausreize ;-) Manches
Sehen oder Riechen kann man(n) sich verdienen, muss aber von mir
ausgehen und mir Spaß bereiten. Den direkten Intimkontakt gibt es
nicht, obwohl ich einen ausgeprägten Facesittingfetisch habe, doch
den kann ich auch so sehr reizvoll ausleben ;-) Und da dies meine
Hauptsexualität ist, wird jeder verstehen, dass diese eben dem
Partner vorbehalten bleibt. Gibt es doch auch ein paar kursierende
Krankheiten, die selten thematisiert werden, aber vor denen ich
geschützt sein will! Und so kann sich wiederum jeder sicher sein,
der irgendwelche Körperflüssigkeiten von mir zu schmecken bekommt
(womit ich sehr gerne spiele!), dass er sich keiner Gefahr
aussetzt und auch das ist doch eine beruhigende Sicherheit für
meine "Opfer" ;)
Tom:
Die letzte Frage gehört wie immer
meiner Interviewpartnerin. Gibt es noch etwas, das du schon
immer einmal unbedingt loswerden wolltest
Mademoiselle
Zoé:
Nun, wenn du so
fragst, möchte ich die Gelegenheit nutzen, etwas zu einem
Vorurteil, dem ich oft in der Szene begegne, zu sagen ;-) So
mancher junge Mann in diversen Communities oder auch auf Parties,
sprach mich an - "Du arbeitest doch im Studio ... mh, nett, ja
... Aber ich hab sowas ja nicht nötig!"
Ich finde gerade
die SM-Szene sollte ihre oft negative Einstellung zu Studios und
deren Gästen manchmal etwas überdenken - als ob es eine Schande
oder ein Makel wäre. Ich möchte nicht, dass Menschen sich dafür
schämen, mich zu besuchen, ich möchte, dass sie stolz darauf
sind, wenn ich sie empfange und dass sie glücklich wieder von
dannen ziehen.
Ich finde nichts
verwerfliches daran, wenn Menschen sich etwas gönnen, das sie so
in ihrem Leben nicht finden. Und auch ein SM-ler Paar teilt
nicht immer alle Neigungen. Manche Phantasien leben von Technik
und Ausstattung, die man nicht unbedingt zu Hause haben kann,
und da ist es doch schön, wenn es die Möglichkeit gibt, sich in
versierte Hände zu begeben, die wissen, was sie tun. Manche
"Spiele" funktionieren sogar ehrlicher und besser durch diesen
völlig diskreten, abstrakteren, vom Alltag abgetrennten Rahmen.
Und manche wollen auch gar nicht, dass das Thema in ihrem
sonstigen Leben eine Rolle spielt.
Ich möchte hier nur
mit dem Vorurteil aufräumen, dass nur alte, hässliche Männer "es
nötig haben" eine Domina zu besuchen, denn das ist (der Göttin
sei Dank ;)) ganz und gar nicht der Fall. Und ich würde mich
freuen, wenn auch mehr Paare und Frauen, sich diesen Luxus
gönnen, freier und bewusster, die ein oder andere Phantasie
auszuleben.
Zur Homepage von Mademoiselle
Zoé
Zur Homepage von:
Tom Stahl Wordwide
Domina and BDSM Guide
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